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Aktuelles

15. Dezember 2014

Herzlich willkommen auf unserer aktuellen Seite,

zuerst habe ich für Sie in eigener Sache eine erfreuliche Nachricht: der seit Juni 2014 leere Arbeitsplatz ist wieder besetzt, und zwar mit Frau Ingeborg Mehlhorn, die ich Ihnen kurz vorstellen möchte. Frau Mehlhorn ist Diplombetriebswirtin und Steuerberaterin und kann auf reiche Erfahrung zurückgreifen. Wir hoffen, dass sie sich schnell und erfolgreich in unser Team integriert und freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit mit ihr.

Es ist schon normal, dass uns der Gesetzgeber zum Jahreswechsel neue Gesetze beschert, und uns dabei Lücken zum "Selbstausfüllen" überlässt, wie jetzt auch wieder beim Mindestlohngesetz. Diese staatliche Zwangsmaßnahme hat zum Teil verheerende steuerliche und sozialversicherungsrechtliche Konsequenzen für uns alle. Und weil der Gesetzgeber u. a. offen gelassen hat, welche Vergütungsbestandteile in den Vergleichslohn einzubeziehen sind, nähern wir uns ärgerlichen und teuren Auseinandersetzungen mit den Sozialversicherungsträgern.

Wenn Sie dies verhindern wollen, sollten Sie für Ihr Unternehmen Vorkehrungen treffen und folgendes untersuchen. Gut ist auch die Internetseite des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales: www.der-mindestlohn-kommt.de

  1. Hat einer Ihrer Arbeitnehmer gegenwärtig einen Stundenlohn von weniger als 8,50 Euro brutto?
    Dies errechnen Sie durch Feststellung der gezahlten Vergütungen mit Zuschlägen, auf die der Arbeitnehmer Anspruch hat und teilen diesen Betrag durch die nachgewiesene geleistete Arbeitszeit. Das gilt auch für Gehaltsempfänger.

  2. Beschäftigen Sie Arbeitnehmer ohne feste Arbeitszeit oder ohne festes zeitbezogenes Entgelt?
    Hier gleichen Sie die tatsächliche Monatsvergütung mit der geleisteten nachgewiesenen Arbeitszeit ab.

  3. Beschäftigen Sie "Mini-Jobber"?
    Hier reicht die Prüfung des tatsächlich gezahlten Stundenlohns durch Abgleich der Vergütung mit den geleisteten Arbeitszeiten nicht aus, denn hier besteht die Gefahr, dass bei Anwendung des Mindestlohns die 450-Euro-Grenze überschritten wird.

  4. Beauftragen Sie Werk- oder Dienstleister (Subunternehmer)?
    Hier haften Sie als Auftraggeber für ein mindestlohnbezogenes Fehlverhalten des Auftragnehmers. Sie sollten deshalb bei der Erteilung der Aufträge sehr wachsam sein und die tatsächlich geleisteten Arbeitszeiten kritisch überwachen und aufzeichnen.

  5. Beschäftigen Sie Praktikanten, die ein freiwilliges Praktikum absolvieren?
    Auch diese Praktikanten haben Anspruch auf Mindestlohn. Es sind genaue Nachweise über die geleisteten Arbeitszeiten erforderlich (verpflichtendes Praktikum innerhalb des Studiums ist davon ausgeschlossen).

  6. Sind Vorkehrungen getroffen für die Erfüllung der Aufzeichnungspflichten?
    Für alle Beschäftigten muss der Arbeitgeber Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit aufzeichnen. Davon betroffen sind besonders die Teilzeitbeschäftigten und die Mini-Jobber. Wer übernimmt in Ihrem Unternehmen die Verantwortung für diese Aufzeichnungen?

Sofern wir für Sie die Lohnabrechnungen erstellen, sollten Sie uns zukünftig bei allen Teilzeitbeschäftigten und Mini-Jobbern nicht nur die Anzahl der Arbeitsstunden, sondern auch jeweils täglich Beginn, Ende und Dauer der Arbeitszeiten angeben. Am Besten verwenden Sie dazu eine Excel-Tabelle; gegebenenfalls stellen wir Ihnen eine zur Verfügung.

Gerne beraten wir Sie diesbezüglich bei einem persönlichen Gespräch. Insbesondere werden wir uns hinsichtlich der neuen Aufzeichnungspflichten um Lösungen bemühen. Das ist besonders deshalb von hoher Bedeutung, weil bei Verstößen nicht nur erhebliche Nachzahlungen, sondern auch gravierende Strafen drohen.

Angesichts aller dieser Gesetze, Steuern, Abgaben, Sanktionen dürfen wir nicht vergessen, dass wir in Freiheit leben und dass das Fest des Friedens vor uns liegt. Zugegeben, es ist hinsichtlich der gesetzlichen Ketten eine kleine Freiheit und im Hinblick auf die Kriege und politischen Spannungen ein kleiner Frieden. Aber lassen wir Weihnachten eine kleine Insel des Friedens sein, auf der wir uns auf uns besinnen und uns erholen können vom Stress des Jahres.
 
Wir wünschen Ihnen ein frohes Weihnachtsfest, besinnliche Stunden und alles Gute im Neuen Jahr. Auch im Neuen Jahr wollen wir wieder mit Ihnen an einem Strang ziehen!

Nachfolgend informieren wir Sie noch über Neuigkeiten aus Gesetz und Rechtsprechung, die für Sie wichtig sein könnten.

Mit freundlichem Gruß

Franz-Werner Kling
Steuerberater Rechtsbeistand

Meine Mandanten werden monatlich über die für sie persönlich relevanten Änderungen im Steuer-, Arbeits- und Sozialversicherungsrecht informiert. Da diese Informationen auf jeden einzelnen Mandanten zugeschnitten sind, ist der Zugang über das Internet weder sinnvoll noch zulässig. 

Der Bereich "Aktuelles" informiert Sie über das Neueste aus der Kanzlei und macht Sie auf einige wichtige Punkte aus dem monatlichen Mandantenbrief aufmerksam:

 
12/2014: Bürozeiten
 
12/2014: Überwiegend betrieblich genutztes Kraftfahrzeug ist notwendiges Betriebsvermögen
12/2014: Keine Rückstellung für die ausschließlich gesellschaftsvertraglich begründete Pflicht zur Prüfung des Jahresabschlusses
12/2014: Umsatzsteuererstattungen für mehrere Jahre sind einkommensteuerbegünstigte außerordentliche Einkünfte
12/2014: Business-Kleidung ist keine als Werbungskosten abziehbare typische Berufskleidung
12/2014: Anschaffungskosten für ein Baugrundstück sind keine außergewöhnlichen Belastungen
12/2014: Mindestbesteuerung bei sog. Definitiveffekten nach Auffassung des Bundesfinanzhofs verfassungswidrig
12/2014: Folgende Unterlagen können im Jahr 2015 vernichtet werden
12/2014: Gesetzlicher Urlaubsanspruch nach unbezahltem Sonderurlaub
12/2014: Neue Beitragsbemessungsgrenzen ab 1. Januar 2015
12/2014: Privat Krankenversicherte sollten Arztrechnungen prüfen
12/2014: Bei Mieterhöhungsverlangen ist nur der Mietspiegel vergleichbarer Gemeinden heranzuziehen
 
Informationen der Vormonate finden Sie im Archiv.

 

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Bürozeiten

Sie erreichen uns

Montag bis Donnerstag 8.00 Uhr bis 12.00 Uhr
und
13.00 Uhr bis 16.30 Uhr
Freitag 8.00 Uhr bis 13.00 Uhr

Beratungen nur nach telefonischer Terminabsprache.

 

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Überwiegend betrieblich genutztes Kraftfahrzeug ist notwendiges Betriebsvermögen

Das Steuerrecht ist nicht nur schwer verständlich, sondern führt mitunter zu kuriosen Ergebnissen. Dies musste ein Rechtsanwalt feststellen, der seine betrieblichen Fahrten mit seinem PKW einzeln aufgezeichnet und die Fahrzeugkosten pauschal mit 0,30 € je gefahrenen Kilometer als Betriebsausgaben angesetzt hatte. Die betrieblich gefahrenen Kilometer betrugen mehr als 50 % der Gesamtfahrleistung. Aus diesem Grunde ordnete das Finanzamt das Fahrzeug dem notwendigen Betriebsvermögen zu. Weil der Rechtsanwalt kein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch geführt hatte, ermittelte das Finanzamt den privaten Nutzungsanteil nach der 1 %-Methode. Dieser Wert war aber höher als die tatsächlichen Gesamtkosten des Fahrzeugs. Das Finanzamt beschränkte zwar den Wert des privaten Nutzungsanteils auf die Kosten (sog. Kostendeckelung), aber im Ergebnis konnte der Rechtsanwalt trotz seiner vielen betrieblich gefahrenen Kilometer keine Kfz-Kosten geltend machen. Der Bundesfinanzhof hat die Handhabung des Finanzamts bestätigt.

Hinweis: Die ungünstige Versteuerung nach der 1 %-Regelung hätte durch die Führung eines ordnungsgemäßen Fahrtenbuchs vermieden werden können.

 

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Keine Rückstellung für die ausschließlich gesellschaftsvertraglich begründete Pflicht zur Prüfung des Jahresabschlusses

In der Handelsbilanz sind Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten zu bilden. Voraussetzung für die Bildung einer Rückstellung für ungewisse Verbindlichkeiten ist das Bestehen einer nur ihrer Höhe nach ungewissen Verbindlichkeit oder die hinreichende Wahrscheinlichkeit des künftigen Entstehens einer Verbindlichkeit dem Grunde nach - deren Höhe zudem ungewiss sein kann - sowie ihre wirtschaftliche Verursachung in der Zeit vor dem Bilanzstichtag. Des Weiteren setzt das Bestehen einer Verbindlichkeit den Anspruch eines Dritten im Sinne einer Außenverpflichtung voraus, die erzwingbar ist.

Die im Gesellschaftsvertrag vorgesehene Verpflichtung zur Prüfung des Jahresabschlusses rechtfertigt die Bildung einer Rückstellung nicht. Diese Prüfung dient als Grundlage für die Feststellung des Jahresabschlusses durch die Gesellschafterversammlung. Der geprüfte Jahresabschluss bildet sodann seinerseits die Grundlage u. a. für die von der Gesellschafterversammlung zu treffenden Gewinnverwendungsbeschlüsse. Die Selbstverpflichtung dient ausschließlich dem einzelnen Gesellschafter. Der aus dem Gesellschaftsvertrag dem einzelnen Gesellschafter erwachsene Anspruch auf Durchführung des formalisierten Prüfungsverfahrens kann naturgemäß nur innerhalb des Gesellschafterverbundes geltend gemacht und durchgesetzt werden. Er stellt daher keine Außenverpflichtung dar. Unerheblich ist, dass der einzelne Gesellschafter die Verpflichtung, den Jahresabschluss prüfen zu lassen, einklagen kann. Denn die Einklagbarkeit der Verpflichtung ist für sich gesehen nicht geeignet, die freiwillige Selbstverpflichtung als eine Außenverpflichtung erscheinen zu lassen. Insoweit stehen sich die einzelnen Gesellschafter, denen ein entsprechendes Klagerecht zusteht, und die Personengesellschaft nicht als fremde Dritte gegenüber.

(Quelle: Urteil des Bundesfinanzhofs)

 

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Umsatzsteuererstattungen für mehrere Jahre sind einkommensteuerbegünstigte außerordentliche Einkünfte

Ein Unternehmer hatte jahrelang um die Steuerfreiheit seiner Umsätze aus Geldspielautomaten gestritten und letztendlich Recht bekommen. Ihm wurden in einem Jahr mehr als 95.000 € Umsatzsteuer erstattet, die seinen Betriebsgewinn erhöhten. Er beantragte wegen dieser außerordentlichen Einkünfte eine niedrigere Einkommensteuerfestsetzung wegen sog. "mehrjähriger Tätigkeit". Das Finanzamt meinte, Gewerbetreibende hätten hierauf keinen Anspruch.

Der Bundesfinanzhof gab dem Unternehmer Recht, weil ein einmaliger Ertrag aus der Umsatzsteuererstattung für mehrere Jahre zu einer Zusammenballung von Einnahmen führt und nach dem Sinn des Gesetzes steuerbegünstigt ist.

 

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Business-Kleidung ist keine als Werbungskosten abziehbare typische Berufskleidung

Aufwendungen für die Anschaffung von Kleidung befriedigen das allgemeine Bedürfnis des Menschen, bekleidet zu sein, und sind i. d. R. Aufwendungen für die Lebensführung, auch wenn die Kleidung gleichzeitig im Beruf benutzt wird. Diese Aufwendungen sind deshalb grundsätzlich nicht abziehbar.

Nach einem Urteil des Finanzgerichts Hamburg führt die Anschaffung bürgerlicher Kleidung selbst dann nicht zu einem Werbungskostenabzug, wenn kein Zweifel besteht, dass die konkreten Kleidungsstücke so gut wie ausschließlich im Beruf getragen werden. Die Berücksichtigung von Aufwendungen für Bekleidung scheidet immer dann aus, wenn die private Benutzung eines Kleidungsstücks als bürgerliche Kleidung im Rahmen des Möglichen und Üblichen liegt.

 

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Anschaffungskosten für ein Baugrundstück sind keine außergewöhnlichen Belastungen

Die Anschaffungskosten eines größeren Grundstücks zum Bau eines behindertengerechten Bungalows können nicht als außergewöhnliche Belastung berücksichtigt werden.

Bei dem vom Bundesfinanzhof entschiedenen Fall ging es um die Mehrkosten für ein Grundstück, die entstanden waren, weil eine an Multipler Sklerose erkrankte Gehbehinderte einen behindertengerechten eingeschossigen Bungalow errichtet hatte. Dieser hatte eine um ca. 45 qm größere Grundfläche gegenüber einem mehrgeschossigen Bau, der auf einem kleineren Grundstück Platz gefunden hätte.

Zwar sind die Mehraufwendungen für die behindertengerechte Gestaltung von Wohnraum in der Regel zwangsläufig und damit als außergewöhnliche Belastung abzugsfähig, das gilt jedoch nicht für die Anschaffungskosten eines größeren Grundstücks. Hier fehlt es an der erforderlichen Zwangsläufigkeit. Die Mehraufwendungen entstehen durch die frei gewählte Wohnungsgröße und können nicht verglichen werden mit baulichen Maßnahmen, wie z. B. Treppenlift oder barrierefreies Badezimmer.

 

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Mindestbesteuerung bei sog. Definitiveffekten nach Auffassung des Bundesfinanzhofs verfassungswidrig

Unternehmensverluste können in künftige Jahre vorgetragen werden und mindern dann die Einkommensteuer-, Körperschaftsteuer- bzw. Gewerbesteuerbelastung. Der Verlustvortrag ist allerdings betragsmäßig begrenzt, sodass ein Unternehmen unter Umständen in den Folgejahren Steuern bezahlen muss, obwohl es noch über Verlustvorträge verfügt (sog. Mindestbesteuerung).

Der Bundesfinanzhof hält diese Regelung zumindest in den Fällen für verfassungswidrig, in denen der Verlust und der spätere Gewinn auf demselben Rechtsgrund beruhen, zwischen beiden also ein innerer Sachzusammenhang besteht, und der Verlustvortrag sich wegen Liquidation der Gesellschaft steuerlich nicht mehr auswirken kann. Er hat deshalb die entsprechende gesetzliche Regelung dem Bundesverfassungsgericht vorgelegt, da nur dieses ein Gesetz für verfassungswidrig erklären kann.

Beispiel zur Körperschaftsteuer:

Die A-GmbH hat gegen X eine Forderung in Höhe von 4 Mio. €, die sie in 2012 wegen Uneinbringlichkeit abschreibt. Ihr Verlust in 2012 beträgt ebenfalls 4 Mio. €. Im Jahr 2013 wird die Forderung wieder werthaltig, sodass die Teilwertabschreibung rückgängig gemacht wird. Die GmbH erzielt einen Gewinn von 4 Mio. €. In 2014 wird über das Vermögen der GmbH das Insolvenzverfahren eröffnet, es fallen nur noch Verluste an.

Lösung nach bisheriger Rechtslage:

Die A-GmbH kann von dem Verlust 2012 in 2013 nur 2,8 Mio. € (1 Mio. zzgl. 60 % von 3 Mio.) von ihrem Gewinn abziehen, sodass sie auf 1,2 Mio. € Steuern zahlen muss. Den restlichen Verlust in Höhe von 1,2 Mio. € kann sie zwar in spätere Jahre vortragen. Da sie aber liquidiert wird, bleibt der Verlustvortrag ohne steuerliche Auswirkung.

Diese endgültige steuerliche Nichtberücksichtigung von Verlusten hält der Bundesfinanzhof für verfassungswidrig. Ob die Mindestbesteuerung auch dann verfassungswidrig ist, wenn kein innerer Sachzusammenhang zwischen Verlust und späterem Gewinn besteht, bleibt offen. Man muss abwarten, ob und inwieweit die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts Klarheit schafft.

 

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Folgende Unterlagen können im Jahr 2015 vernichtet werden

Nachstehend aufgeführte Buchführungsunterlagen können nach dem 31. Dezember 2014 vernichtet werden:

  • Aufzeichnungen aus 2004 und früher.

  • Inventare, die bis zum 31.12.2004 aufgestellt worden sind.

  • Bücher, in denen die letzte Eintragung im Jahre 2004 oder früher erfolgt ist.

  • Jahresabschlüsse, Eröffnungsbilanzen und Lageberichte, die 2004 oder früher aufgestellt worden sind.

  • Buchungsbelege aus dem Jahre 2004 oder früher.

  • Empfangene Handels- oder Geschäftsbriefe und Kopien der abgesandten Handels- oder Geschäftsbriefe, die 2008 oder früher empfangen bzw. abgesandt wurden.

  • sonstige für die Besteuerung bedeutsame Unterlagen aus dem Jahre 2008 oder früher.

Dabei sind die Fristen für die Steuerfestsetzungen zu beachten.

Unterlagen dürfen nicht vernichtet werden, wenn sie von Bedeutung sind

  • für eine begonnene Außenprüfung,

  • für anhängige steuerstraf- oder bußgeldrechtliche Ermittlungen,

  • für ein schwebendes oder aufgrund einer Außenprüfung zu erwartendes Rechtsbehelfsverfahren oder zur Begründung der Anträge an das Finanzamt und

  • bei vorläufigen Steuerfestsetzungen.

Es ist darauf zu achten, dass auch die elektronisch erstellten Daten für zehn Jahre vorgehalten werden müssen.

Natürliche Personen, deren Summe der positiven Einkünfte aus Überschusseinkünften (aus nichtselbständiger Arbeit, Kapitalvermögen, Vermietung und Verpachtung und sonstige Einkünfte) mehr als 500.000 € im Kalenderjahr 2014 betragen hat, müssen ab 2015 die im Zusammenhang stehenden Aufzeichnungen und Unterlagen sechs Jahre aufbewahren. Bei Zusammenveranlagung sind die Feststellungen für jeden Ehegatten gesondert maßgebend.

Die Verpflichtung entfällt erst mit Ablauf des fünften aufeinanderfolgenden Kalenderjahrs in dem die Voraussetzungen nicht erfüllt sind.

 

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Gesetzlicher Urlaubsanspruch nach unbezahltem Sonderurlaub

Vereinbaren der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer unbezahlten Sonderurlaub, so können trotzdem gesetzliche Urlaubsansprüche entstehen. Diese können auch nicht durch Tarifvertrag ausgeschlossen werden. Eine Gleichsetzung mit einem Teilzeitarbeitsverhältnis mit einer Arbeitspflicht von "null Tagen" mit der Folge, dass der Urlaubsanspruch nach der üblichen Urlaubsberechnungsformel "null Tage" beträgt, kommt nicht in Betracht.

Etwas anderes ergibt sich auch nicht aus einer entsprechenden Anwendung der Regelungen für die Kürzung des Urlaubs für jeden vollen Monat der Elternzeit bzw. des Wehrdienstes, da aus diesen kein allgemeiner Rechtsgedanke abgeleitet werden kann.

(Quelle: Urteil des Bundesarbeitsgerichts)

 

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Neue Beitragsbemessungsgrenzen ab 1. Januar 2015

Ab 1. Januar 2015 gelten voraussichtlich folgende Werte in der Sozialversicherung:

2015
monatlich
2014
monatlich
2015
jährlich
2014
jährlich
West
Krankenversicherung 4.125,00 4.050,00 49.500,00 48.600,00
Pflegeversicherung 4.125,00 4.050,00 49.500,00 48.600,00
Rentenversicherung 6.050,00 5.950,00 72.600,00 71.400,00
Arbeitslosenversicherung 6.050,00 5.950,00 72.600,00 71.400,00
Ost
Krankenversicherung 4.125,00 4.050,00 49.500,00 48.600,00
Pflegeversicherung 4.125,00 4.050,00 49.500,00 48.600,00
Rentenversicherung 5.200,00 5.000,00 62.400,00 60.000,00
Arbeitslosenversicherung 5.200,00 5.000,00 62.400,00 60.000,00

Die für die Beurteilung der Krankenversicherungspflicht geltenden Jahresarbeitsentgeltgrenzen betragen für die bei einer gesetzlichen Krankenkasse versicherten Arbeitnehmer 54.900,00 €. Für die bereits am 31.12.2002 in der Privaten Krankenversicherung versicherten Beschäftigten beträgt die Grenze 49.500,00 €.

 

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Privat Krankenversicherte sollten Arztrechnungen prüfen

Der Versicherungsnehmer einer privaten Krankenversicherung ist verpflichtet, die von ihm bei seinem Versicherer eingereichte Rechnung darauf zu prüfen, ob die darin aufgeführten Leistungen auch tatsächlich durchgeführt wurden. Die Rechnung ist auf ihre Plausibilität zu prüfen und die Versicherung, die selbst keinen Einblick in die tatsächlich durchgeführten Behandlungen nehmen kann, auf etwaige Ungereimtheiten hinzuweisen. Hat der Privatversicherte auch nur leicht fahrlässig nicht bemerkt, dass in der Rechnung des Arztes tatsächlich nicht erbrachte Leistungen abgerechnet sind, kann die Versicherung die Erstattungsleistungen dafür von ihm zurückverlangen.

(Quelle: Urteil des Amtsgerichts München)

 

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Bei Mieterhöhungsverlangen ist nur der Mietspiegel vergleichbarer Gemeinden heranzuziehen

Will ein Vermieter die Miete erhöhen und stützt er sein Mieterhöhungsverlangen mangels Mietspiegel in der Gemeinde auf den der Nachbargemeinde, so müssen beide Gemeinden vergleichbar sein. Dies hat das Landgericht Potsdam entschieden.

Ein Vermieter verlangte vom Mieter die Zustimmung zu einem Mieterhöhungsverlangen. Da die Wohngemeinde über keinen Mietspiegel verfügte, verwies er zur Begründung für die geplante Mieterhöhung auf den Mietspiegel der Nachbargemeinde. Der Mieter verweigerte die Zustimmung unter Hinweis auf die fehlende Vergleichbarkeit der beiden Gemeinden. Der Vermieter hatte die Wohngemeinde mit ca. 17.000 Einwohnern mit der nächstgelegenen Stadt mit ca. 200.000 Einwohnern verglichen.

Das Gericht gab dem Mieter Recht. Nach Auffassung der Richter war das Mieterhöhungsverlangen des Vermieters formell unwirksam. Da in der Wohngemeinde kein Mietspiegel existierte, hätte der Vermieter sein Erhöhungsverlangen nur mit dem Mietspiegel einer vergleichbaren Gemeinde begründen können. Eine Vergleichbarkeit beider Gemeinden sah das Gericht nicht. Von Vergleichbarkeit kann nämlich nur dann gesprochen werden, wenn die Gemeinden nach der wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Infrastruktur, dem Grad der Industrialisierung, der verkehrstechnischen Erschließung und der Anbindung an Versorgungszentren vergleichbar sind. Ein Teilvergleich mit einzelnen Stadtteilen ist unzulässig. In der Entscheidung wiesen die Richter darauf hin, dass es sehr gewagt erscheint, eine Gemeinde mit 17.000 Einwohnern mit einer Großstadt von nahezu 200.000 Einwohnern zu vergleichen. Die fehlende Vergleichbarkeit kann auch nicht durch einen prozentualen Abschlag auf die Mieten der Vergleichsgemeinde ersetzt werden. Maßgeblich und erforderlich ist allein ein Gesamtvergleich der Gemeinden.

 

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Informationen der Vormonate finden Sie im Archiv.

 

Franz-Werner Kling
Steuerberater Rechtsbeistand

 

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Rechtliche Hinweise:
Durch die für jedermann verfügbaren Tipps und Tricks wird weder ein vorvertragliches noch ein vertragliches Rechtsverhältnis begründet. Es handelt sich insoweit um unverbindliche Gefälligkeitshinweise ohne jeden Anspruch durch den Leser. Jeder Leser ist verpflichtet, vor Befolgung dieser Hinweise individuellen fachlichen Rat einzuholen, da nur auf diese Weise die speziellen persönlichen Verhältnisse berücksichtigt werden können.

 

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